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Möwe

Do I want to live forever?

  • Autorenbild: Prisca Santschi
    Prisca Santschi
  • vor 3 Minuten
  • 6 Min. Lesezeit

Die Wichtigkeit des Lebensinhaltes ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, in einer Sache sind wir jedoch fast alle gleich, wir suchen nach dem Sinn des Lebens. Aber haben wir uns schon einmal gefragt, was passieren wird, wenn wir den Lebens-Sinn gefunden haben?! Hören wir dann auf zu Atmen, suchen wir nicht mehr und können uns damit abfinden, sind wir dann zufrieden und sehen den Sinn und die Dringlichkeit im Hier und Jetzt, sind glücklich und erfüllt!?


Oder ist der wahre Sinn des Lebens, dass wir Reisen, eine Art Findungsreise, eine nie endende Reise… sowas wie Campingferien für Erwachsene. Könnte es also sein, dass im Moment zu leben gar nicht möglich ist, denn sobald wir anfangen in die Innere Ruhe zu kommen, startet der Überlebensinstinkt und wir sind automatisch auf der Hut, denn überall lauern Gefahren, Ablenkungen.


Landscape - Moments like this

Nehmen wir als Beispiel die Buddhisten oder die Mönche, sie leben nach klaren, starren Strukturen, Routinen, sie befinden sich in einer Art „Lebensauszeit“ um sich in der Achtsamkeit, also im Tun zu verbessern. Sie sind wie wir getrieben, an einen bestimmten Endpunkt im Leben zu gelangen. Ein Leben, dass uns im Bewusstsein ausbilden soll. Wir sollen bewusst leben. Was aber bedeutet Bewusst Leben, in einem Zeitalter, wo dauernde Weiterentwicklung und Erreichbarkeit des Menschen eine Stille Aufforderung ist.


Meine Welt ist eine Spirale, ich kämpfe gegen Mühlen, die mir vorschreiben, was mein Tages-Pace ist. So muss ich im Job abliefern, Privat oder in meiner Freizeit nach einem stillen unausgesprochenen Knigge performen, muss mich gleichzeitig um meinen inneren Frieden, mein Seelenwohl kümmern und im Tun Achtsamkeit leben. Schaffe ich das nicht, wird meine Seele müde, mein Kopf hämmert und ich falle abends erschöpft ins Bett, kann nicht schlafen, weil die Gedanken mir lauthals vorsingen, dass mein Tages-Pace heute unterirdisch war und müsste ich dann morgen mit auf die To-Do-Liste packen.


Ich laufe am nächsten Tag in die Buchhandlung und kaufe mir schlaue Ratgeber. Achtsam sein in 7 Tagen, Yoga für Gestresste, japanische Lebenskunst, IKIGAI (IKI - Leben / GAI - Sinn) uvm. und natürlich hat mir Chat GPT auch schon Stichwortartig zusammengefasst, was ich denn besser machen könnte. Die Bücher verstauben, die Yogastunden werden zu einem neuen Stressherd, da die Tage zu kurz für meine Tages-Pace sind und die Japanische Lebenskunst verdunstet im Gedanken-Wirr-Warr. Ich kann ja nun auch nicht einfach in ein „Kloster-auf-Zeit“ abtauchen und Mönch sein. So suchen wir nach dem Sinn des Lebens. Wir pressen die Wichtigkeit des Lebens, „also mich“ in einen freien Slot im Alltag und freue mich darüber, wenn ich es geschafft habe, eine Stunde des Tages nur etwas für mich zu tun. Achtsam Sein, um ein langes und erfülltes Leben zu leben. Ist der Preis nicht viel zu hoch dafür! Wie kann ich Achtsamer zu mir sein, in einer Welt, die mir meine persönliche Pace vorgibt? Ich muss mir also antrainieren die Pace einer Vorgabe zu laufen, anstatt meine eigene Pace, mein eigenes Tempo valideren und anpassen zu können.


Flower Black and White

Persönlicher Besitz bedeutet stress! Weniger Besitz bedeutet weniger Stress. Sind so Kloster entstanden? Stellten sich schon vor Jahrtausenden von Jahren, Menschen dieselben Fragen und das Kloster war eine Art „Lösung“, um Achtsamkeit und Ruhe zu erlangen? Also Menschen, die sich von äusseren Stressfaktoren trennen wollten, weil sie mit dem Druck und der Geschwindigkeit nicht mehr klar gekommen sind, sind dann in ein Kloster eingetreten. Sie verzichteten auf Besitz! Sie haben früher als andere erkannt, dass der Verzicht, nichts anderes als Achtsamkeit bedeutet.


Während dem Schreiben wird mir Bewusst, dass der Anfang eines Erfolges darin liegt, die eigenen Gedanken verstehen und ein zu ordnen, noch bevor ich weiss was ich denke und in eine Handlung komme. Aber was heisst das konkret, dafür muss ich das ganze einmal umdrehen. Mit dem Gedanken vorausgehend, dass der Eintritt in eine Art Kloster der Anfang der Reise ist. Dort erlerne ich, was Leben im Hier und Jetzt bedeutet. Ich werde nicht abgelenkt von Äusseren Faktoren, da ich mich den ganzen Tag auf ein paar wenige Punkte konzentrieren kann. Beten, Geistesschulung (meinen Geist entwickeln), Lesen… gehören also zu meinem Alltag, ich habe keine weiteren äusseren Reize. Diese Dinge wiederhole ich so lange, bis ich sie verinnerlicht habe. Ich bereite mich also auf das Leben vor, das Leben, welches mich vor Herausforderungen stellt, die ich mir noch gar nicht ausmalen kann – ist es Sünde, nennen wir es Sünden.


Ein langes und erfülltes Leben durch Achtsamkeit. Ich bin sicher, würden wir zu Beginn unseres Lebens darin geschult, was es bedeutet von seiner eigenen Pace abzukommen, sich zu verlieren in all den Möglichkeiten, die uns das Leben zu bieten hat, dann wären wir gesünder, die Welt wäre ein besserer Ort und wir müssten uns nicht zurück Buchstabieren. Wir müssten nicht lernen in etwas besser werden zu wollen, was uns gehört – mein eigenes Leben, mein Wille, das ist zu Lebzeiten alles meins, keiner darf mir vorschreiben, in welchem Tempo ich laufen soll, um dem Hier und Jetzt gerecht zu werden. Bevor ich in die Schule komme, lebe ich mit mir – im Hier und Jetzt, bewusster wie es danach wohl niemals wieder möglich sein wird.


Mein Kloster, beginnt bei meiner Geburt und mein Kloster endet mit dem Einzug in das Schulsystem. Die Spirale beginnt. Will ich denn ewig leben. Ich liebe mein Leben, ja! Aber manchmal, da wird es mir zu viel, die Gedanken einer Sache nicht gerecht zu werden, nicht die Norm zu sein, welche ich sein könnte, wenn ich die Gedanken nicht hätte, die Forderungen, heute besser zu werden als man gestern gewesen ist, sich an eine Pace anzupassen, welch eigentlich viel zu tief oder zu hoch ist… ewig leben möchte ich nicht!


Sei achtsam, sei auf der Hut – sei bei dir und deinem eigenen Frieden. Ich kann heute in ein Kloster einziehen, es fällt mir nicht schwer, mich von physischem Besitz zu trennen. Ich kann mich an anpassen, an vorgegebene, starre Strukturen und die Achtsamkeit ohne weitere Einflüsse auf das Tun lenken. Ich bin ein Wesen, welches seinen Geist kennt und die Gedanken in der Seele verankert leben kann. Im Gegenteil, je älter ich werde, umso grösser wird das Bedürfnis nach Ruhe. Stell dir vor, du stehst morgens auf und weisst genau was zuerst kommt und abends bevor du ins Bett gehst, als letztes auf dem Programm steht. Crash! Aber Stop – das Kloster ist nichts anderes als das Leben – wir bauen uns unser eigenes Kloster, die Vorschriften sind wir, die Einflüsse sind wir, die Gedanken, sind wir, wir sind alles und wir sind nichts! So geht sie stetig weiter, diese Spirale meiner eigenen Gedanken. Es werden neue Bücher, neue Ideen meinen Weg kreuzen und mich auf andere Gedanken bringen. Ich erlerne mein Leben.


Nacho, mein Seelentier

Vor knapp 4 Wochen ist mein geliebtes Seelentier über die Regenbogenbrücke nach Hause gegangen. Es geht ihr gut, sie besucht mich jeden Tag. Gedanken an sie erinnern mich an die Momente, in denen das Hier und Jetzt ein Gefühl bekommen hat, eine Art Wärme, eine Art Ruhe im Kopf, ein zu Hause, etwas das nicht enden sollte, egal wie.


Ihr kleiner Körper ist nun nicht mehr da, mein Reminder, mein persönlicher Guide, der mich geerdet hat, wenn mich die äusseren Faktoren mal wieder zu stark beeinflusst haben.


Ich bin nun für mich selbst zuständig, ich muss ohne diese schützende Erinnerung auf mich Acht geben. Mein Leben soll nicht ewig sein, damit wirkliche Ruhe einkehren kann, aber ich will mein Teil des Lebens so gestalten, wie es mir mein Seelenhund 9 Jahre lang vorgelebt hat:

Das Leben findet heute statt, jeden Tag, jede Sekunde und wenn es noch so schwer ist, es ist das Leben, mach was draus!

Meine Uhr am Handgelenk lebt nun in der Schublade weiter, keine Schritte als Tagesziel mehr, oder Motivator für „mehr Bewegung“. Mein Handy ist stumm, die meiste Zeit des Tags, die Bücher lassen mich Abtauchen - wie bei der Unendlichen Geschichte, auf dem Dachboden liegend, fasziniert von der Geschichte, die nur in meiner Fantasie entspringt.


Dankbarkeit

Ich habe erkannt, dass der Abschied meines Seelentiers zu einer Art Wiedergeburt für mich geworden ist, so hat sie mir die Aufgabe mitgegeben, mir mehr Zeit zu schenken, indem ich das tue, was ich immer schon hätte tun sollen „Leben, nicht ewig, aber lebendig!


Manchmal sind Begegnungen ein geschützter Ort, ein Art Kloster, etwas, dass mich vom drumherum zurückholt, mich erdet und mir den Moment der Leichtigkeit schenkt. So, dass ich mit meinen Augen meine Seele sehen kann, mich an die Momente erinnern darf, welche wirklich wichtig sind!


Weisst du, was du brauchst, was dir wichtig ist? Weisst du, warum gewisse Dinge im Leben sich immer wiederholen und andere nicht? Weisst du, was du brauchst um deiner Seele ein zu hause zu geben und willst du ewig leben?!


Ich weiss, was mir wirklich wichtig ist - ICH, bin mir wichtig! Dankbar, meinem Seelentier, unendlich dankbar. me!

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