• Prisca Santschi

a Bottle of Wine

Live every day as if it would be your last one!


Was beinhaltet so eine Aussage denn? Die einen verstehen darunter, einfach mal so richtig auf den Putz zu hauen und nichts bereuen zu müssen, im Hier und Jetzt zu sein und nicht darüber nachdenken was morgen kommt. Die anderen verstehen darunter, im Reinen zu sein mit sich und der Umwelt, die liebsten nochmal in die Arme zu nehmen und im Frieden mit sich und seinem Innern zu sein. Was verstehst du darunter? Was würdest du tun, wenn dein Leben morgen endet?


Wenn der Tod morgen an meine Türe klopft, dann werde ich öffnen, ihn hineinbitten und eine Flasche Wein öffnen. Ich würde mein Leben in Bildern nochmal durchleben wollen, ein wenig Zeit rauszögern, um abschliessen zu dürfen. Im Frieden zu sein mit mir und meiner Umgebung, genau. Wünschen wir uns das nicht alle? Aber hätten wir denn diese Zeit überhaupt? Meint ihr wirklich, dass der Tod bei jedem nochmal ein wenig Zeit verstreichen lässt, sich hinsetzt und uns die Möglichkeit bietet im Frieden gehen zu dürfen?

Wir hatten Zeit! Viel Zeit, sogar.

Ich denke nicht, dass der Sinn des Lebens ist, sich immer vorstellen zu müssen, dass morgen alles schon wieder vorbei sein könnte. Aber ich denke es macht Sinn, sich bewusst zu machen, was es bedeuten könnte. Was wenn wir eine Eintagsfliege wären? Wäre die Welt besser? Wäre unsere Motivation eine andere? Würden wir Dinge anders sehen oder uns anders vorbereiten? Würden wir das tun was wir tun möchten, weil wir wissen, dass morgen alles hier zu Ende geht? Weiss die Eintagsfliege denn, dass sie nur einen Tag zum Leben hat? Oder hat sie dieselben Voraussetzungen wie wir?


If you approach every day like it’s your last, you will be grateful for the next day. You will know that you are lucky to be alive and have been given another chance to experience all that life has to offer.


Ein Leben haben, bedeutet ja nicht immer Glück? Oder ist es immer so, dass das Leben glücklich machen sollte? Haben wir denn alle dieselben Voraussetzungen bei der Geburt und sollten direkt glücklich sein und das Leben als Glück empfinden?


You won’t take your time for granted and would only pay attention to the things that are most important to you.


Ist es so, dass wir jeden Tag nur den Dingen Aufmerksamkeit schenken, die uns wirklich wichtig sind? Entschuldigen wir uns jeden Tag dafür, was wir nicht hätten tun sollen? Oder nehmen wir es viel zu oft einfach hin und lassen die Zeit verstreichen – bis es dann eben zu spät sein könnte. Haben wir alle dieselbe Chance? Haben wir alle dieselben Ziele? Was soll denn der Zwischensprint bevor wir sterben? Besitzen wir überhaupt die Fähigkeiten bewusst zu Leben? Oder lügen wir uns selbst immer wieder an.


Die Yoga-Kurse boomen, wir umarmen Bäume, versuchen zu meditieren, lassen uns von irgendwelchen Gurus Geld aus der Hosentasche ziehen und behaupten dann, «ich bin so im Reinen mit mir» genau – in der inneren Mitte, bei sich, mit sich…










…bis das Handy wieder eingeschaltet wurde und die Gegenwart (welche es ja seit meinem letzten Eintrag gar nicht gibt) uns mit voller Wucht wieder mitten in die Fresse kawummisiert.

Eine Farce, es ist alles einfach eine Farce!

Und für diejenigen die nicht Wissen was eine Farce ist, für die hat Wikipedia folgenden Beitrag erstellt: Farce (französisch für „Füllung“) oder Füllsel ist eine Masse aus feingehacktem, im Fleischwolf gemahlenem, im Kutter zerkleinertem oder im Mörser zerstoßenem Fleisch, Fisch oder Gemüse, die kräftig gewürzt und mit z. B. Eiweiß, Rahm oder Bechamel gebunden wird. Besonders feine Farcen werden noch durch ein Sieb gestrichen. Farcen werden oft zur Füllung von Pasteten, Galantinen und Gemüsen, Geflügel, Fisch oder entsprechend vorbereiteten Fleischteilen verwendet. Sie können auch zum Gratinieren oder, zu Klößchen geformt, als Beilage oder Suppeneinlage verwendet werden.


Passend zum heutigen Beitrag vergleiche ich die Farce mit dem Leben. Es passt, diese eine Füllung kann ich gerade auf jede meiner geschriebenen Zeilen anwenden. Wir sind diese Masse, die sich anpasst, die sich durch Fleischwölfe drehen lässt, durch Siebe drückt und am Ende als feine Struktur zur Garnierung verwendet oder missbrauch wird.

Nehmen wir das Spiel mal auseinander - das würde hier die Lesezeit des Eintrages um ein weites Überschreiten, aber nur kurz… Wenn ich mit dem Fleischwolf nun die Regierung in Verbindung bringe, dann würde die Füllung durch diese Drehbewegung der Regierung uns zu einer Masse formen, welche sich durch jedes Sieb pressen lässt, um am Ende zu garnieren was die da oben… ja, wie gesagt, es würde den Rahmen sprengen...


Nein, wir haben nicht alle dieselben Voraussetzungen, wenn wir geboren werden. Wir können nicht wählen, wohin wir kommen, aber wir können wählen welchen Weg wir gehen. Die einen wollen nicht, die anderen können nicht und wieder andere müssen nicht. Aber, wir können Hände reichen, wir können Gedanken steuern, Dinge besser machen, indem wir nicht in den Spuren anderer laufen, indem wir nicht zu Ja-Sagern werden und den Stimmen welche leiser als die anderen sind Aufmerksamkeit schenken. Den Blickwinkel verändern, die Richtung wechseln, hinschauen – nicht wegschauen, dann, ja dann werden diese letzten Tage im Leben eine andere Bedeutung bekommen, es wird leichter, es wird freier und es wird schöner.

Das Ende kommt – so oder so, egal was du daraus machst. Es liegt an dir, ob du das Risiko eingehen willst, diese Flasche Wein so lange aufzubewahren bis der Tod vielleicht Zeit hat, mit dir zusammen Revue passieren zu lassen was du noch ändern oder angehen möchtest.


Oder ob du diese Flasche Wein, jeden Tag öffnest, dich darüber bedankst, was du alles darfst und kannst, dich entschuldigst, wenn es nötig ist und einfach auch einmal darüber hinwegsehen kannst, wenn andere nicht immer deine Ansichten teilen. Sei gut zu dir und deinem Umfeld, immer, jeden Tag!


Leben als wäre es der letzte Tag ist nicht immer das Ziel des Tages. Vielmehr ist es die Erkenntnis wie du dich sehen willst. Was willst du sein, wie willst du sein und was möchtest du in diesem Zwischensprint hier auf der Erde tun. Willst du wirklich einer der Lemminge sein, die nicht selbst entscheiden, die nicht denken oder handeln, wie sie es wirklich möchten, magst du lieber springen, wenn der eine da vorne sagt «spring». Ein Spiegel anderer zu sein, wird dich niemals zu dem machen, was du sein solltest. Am Ende muss jeder für sich selbst entscheiden was er aus dem Leben machen möchte. Ob er ein Spiegelbild von sich selbst sein will, oder lieber eines der anderen.


In dem Sinne lass den Fleischwolf nicht deine Masse produzieren!


Happy Ends gibt es nur im Kino, also kommt klar!

Prost

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