Wenn die Sternschnuppe den Himmel küsst!
- Prisca Santschi

- vor 7 Minuten
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Es gibt so vieles, was ich jeden Tag von der kleinen Schneeflocke lernen könnte, aber dann, dann wird mir bewusst, wie gefangen wir sind. Wir Menschen, die Kreatur. Denn, am Ende ist ein zerbrochenes Glas, einfach ein zerbrochenes Glas.
So oft im Leben versuchen wir Negatives, Augenblicke, Erinnerungen, Trigger, das, was uns eine Zeitlang geformt hat, auszulöschen, zu überspielen, zu vertuschen, darüber hinwegzugehen. Ich kann etwas Erlebtes, welches mich negativ geprägt hat, nicht durch «wegschauen» auflösen. Es wird immer da sein, mit den Jahren sogar noch intensiver und präsenter, es wird nicht aufhören da zu sein, bis ich es annehme und irgendwann Frieden damit schliesse oder es löse, was so sehr an mir klebt. Es soll uns nicht das, was negativ an uns klebt, so wie zäher Kaugummi an der Schuhsohle, am Leben hindern. Denn ich bin, was ich bin, mit dem Rucksack, den ich mit auf meinen Weg bekommen habe. So kann ich den Kaugummi zwar eine Zeitlang ausblenden, aber er wird sich immer wieder bemerkbar machen, mich erinnern. Ich werde so lange an den negativen Part, an das zerbrochene Glas, die Scherben erinnert, bis ich es auflöse und verabschiede. Ich allein habe die Macht diese Entscheidung zu treffen, denn es geht mich und mein Leben was an, ich Entscheide wie der weitere Verlauf meines Lebens sein soll. Will ich den Kaugummi an meiner Schuhsohle ausblenden oder schenke ich ihm für einen Moment (der so lange dauert, wie er eben dauert) die Portion Aufmerksamkeit, die es benötigt, um ihn von meiner Schuhsohle zu kratzen.
Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ein kleiner Rest unter meinen Nägeln kleben bleibt, so, dass ich mich wirklich damit auseinandersetzen muss, eine intensive Begutachtung des Seins, des Moments, des Zustands, aber eines Tages ist er weg, ganz weg und ich fühle mich leichter, schwereloser, einfacher, geschmeidiger. Klar wird die Erinnerung bleiben, aber es ist eben nur noch eine Erinnerung, es ist kein beladener Rucksack mehr, der mich daran hindert mich leicht und schwerelos fühlen zu können. Oder hat sich einer von euch schon mal an einen vergangenen Kaugummi, welcher ihr von der Schuhsohle kratzen musstet, zurück erinnert und ihm nachgeweint? Widme ich mich dem unangenehmen, dem negativen, was mich vor lauter «ich muss es ausblenden und will nicht darüber reden… Moment» muss ich mich zwar für einen Augenblick in die Sauce zurückversetzen, mich mit dem Scherbenhaufen auseinandersetzen, Stück für Stück damit befassen, um dem ganzen einen neuen Raum geben zu können. Etwas, was mir hinterherläuft, wird mich früher oder später einholen. Es ist wie ein Gespenst unter dem Bett, ein Geist im Kellerabteil, oder ein Mörder in der nächsten, finsteren Gasse…
So als ob man einatmet, die Lunge füllt sich aber nie ganz mit Luft. Ich kann also ein zerbrochenes Glas immer aus diversen Perspektiven betrachten und auch fühlen. Ein zerbrochenes Glas, welches mich immer wieder den Schmerz fühlen lässt, als ich mich daran geschnitten habe, ist ein anderes Kaliber, wie wenn ich das zerbrochene Glas ohne Furcht aufhebe und verschwinden lassen kann. Vielleicht, klebe ich es sogar wieder zusammen, um daraus zu trinken, oder eine Suppe zu geniessen, denn es ist jetzt eben einfach nur noch ein zerbrochenes und wieder zusammengefügtes Stück Glas.
Und so lernt mich Snow wie schön das Leben ist, wenn ich mich darauf einlasse, über mich hinauswachse und das vergangene, was mir die Freude nimmt, verlasse, mich auf das konzentriere was jetzt ist, hier und heute, dann bin ich schwereloser, leichter, fröhlicher! Ich habe diese Pfütze auf unserem Spaziergang entdeckt und mich daran erinnert, wie oft ich mit Nacho durch solche Pfützen gerannt bin, tausende und abertausende Spiegelbilder geknipst habe und nun stehe ich da, mit Snow und sie vereint für einen Moment den Himmel und die Erde. So als ob die Sternschnuppe dem Stern am Himmel einen Knutscher verpasst – beide sind da – und doch sind sie nicht beide da.
Ich kann diesem Moment nun in tiefer Trauer über den Verlust von Nacho begegnen oder mich darüber erfreuen, dass die beiden mich gerade ganz tief im Herzen berührt haben. Ich habe mich für den positiveren Abschnitt entschieden. So möchte ich weiter meine Signale von damals, die mich an der Leichtigkeit im Sein hindern, von mir ablösen. Ich möchte ihnen begegnen und sie begrüssen um ihnen dann mit einem freundlichen, aber bestimmten Arschtritt «Tschou und Tschüss» zu sagen. In etwa so stelle ich es mir vor und die Trigger, die Schwere nimmt bereits einen leichteren Touch ein. Wir sind Herr unserer Gedanken und Handlungen, wir entscheiden uns jeden Tag für den nächsten Schritt und wenn ich die Macht habe den Tag schlecht zu finden, dann habe ich auch immer die Macht den Tag schön zu finden!

Und wenn Snow das nächste Mal den Himmel küsst, so werde ich Innehalten und mich darüber freuen, für den kurzen Augenblick zu dritt am selben Ort sein zu können. So, als könnte ich den Moment umarmen, denn er ist einzigartig.
Es ist ein echtes Stück Glück, was mir mitgegeben wurde, auf meiner Reise ins oder zum Erwachsen werden. Ich habe gelernt für mich und meine Fehler einzustehen, ihnen zu begegnen, auch wenn sie nicht immer nur positiv sind.
Ich durfte lernen, dass Schwierigkeiten im Leben wie eine Art Hürdenlauf sind. Es kann durchaus sein, dass ich mein Leben lang immer wieder den Hürden oder derselben Hürde begegne.
Es kann auch sein, dass ich mal falle und wieder aufstehen muss, es kann aber auch sein, dass ich einfach darüber hinwegspringen kann oder aber vor ihr stehen bleibe, eine Weile…
Wichtig ist nur, dass mein kreativer Geist sich nicht unterkriegen lässt und mit mir zusammen diese Hürde meistert. Das Leben ist ein Geschenk, wenn wir es als solches betrachten. Von einem leichten Geschenk war nie die Rede! Und dann schaue ich Snow an, die mit ihren 2 Jahren mehr Leid ertragen musste wie ich in den vergangenen 49 Jahren und freue mich darüber, dass ich die Gabe habe, mich nicht immer so ernst zu nehmen und den Dingen ihren Lauf zu lassen, denn am Ende kann ich nicht ändern, was kommen wird – aber ich kann dazwischen bunter oder weniger bunt unterwegs sein.
Definitiv und weiterhin Team Snow!
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Dieser Beitrag widme ich mal wieder meinem ASPBEST-Dasein, denn stellt euch das mal so vor, es gibt 26 Buchstaben, die zu Wörtern und Sätzen zusammengesetzt werden können. Im Binärformat gibt es nur zwei Buchstaben oder viel mehr zwei Ziffern – die 0 und die 1 – und irgendwann haben wir angefangen aus Ziffern Buchstaben zu bilden, es sind Bilder dazu gekommen und die Emotionen sind entstanden. Ich weiss nicht, aber mir ist wohl da, in der 0 und 1 Umgebung, die Binärsystematik macht Ruhe im Kopf, die Bilder verschwinden und ich kann mich entspannen, denn auf die 1 folgt die 0 und auf die 0 folgt die 1 und wenn wir das ganze weiterspinnen, dann können wir aus zwei Ziffern ganze Bücher schreiben, es sind auch da nur einfache Ziffern, nichts rechtfertigt also eine Emotion. Schachmatt!
Ah, und übrigens, der Computer arbeitet mit der Zahl 2 😉 in dem Sinne… bleibt entspannt, stellt euch euren Ängsten, am Ende sind es nur Ziffern 0-0-1-...



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