• Prisca Santschi

What makes a thought creepy?

Die Morgendämmerung...


...die Nächte werden kürzer, die Sonne geht unter, vielleicht verbrennt sie, im Nichts. Sie sinkt, sie verschwindet. Die Nacht wird dunkel, unscheinbar und leise. Wir werden untergehen in dieser Stille, weil wir die Geräusche, die Kulisse nicht einordnen, erfassen können. Millionen von Situationen durchkreuzen die Gedanken, die Stille wird zur Schwere, ertragen wir Stille nicht mehr, können wir unsere Gedanken im Zaum halten, können wir umgehen mit dem was der eigene Kopf an Gedanken zusammenstellt? Können wir damit umgehen, dass es nicht ist, was es ist, wenn da kein Licht ist, nichts sichtbar ist.


Sind Bilder, die wir sehen nur sichtbar, weil Licht vorhanden ist? Ist Licht die Antwort auf Fragen, welche sich in uns stauen, anstauen, aufkommen und uns das Leben, die Sicht auf die Dinge ertragbar machen? Ist die Gedankensteuerung in unserer Zentrale - im Kopf - wirklich durch das Licht, das Auge greifbar, leichter, erträglicher? Findet Schlaflosigkeit in der Nacht statt, weil wir nicht sehen können? Weil wir Angst davor haben ohne Bilder Verloren zu sein? Ist Licht der Hebel zum Erkennen? Ist also Erkenntnis Sichtbar? Sehe ich Bilder, sehe ich Dinge, dann weiss ich, dass es echt ist? Ist also die Dunkelheit, nur zur Irreführung da. Sind es Geister, welche uns ablenken, irreführen damit wir an dem festhalten was wir sehen, was wir einordnen können? Gehen wir also weiter, weiter bis zur Morgendämmerung.


Ertragen wir die Nächte nur weil wir uns zudröhnen mit flüssigem Blut, mit Chemikalien, mit Einräuchern der Gedanken – weil die Angst steigt, unsere Gedanken werden schwer und halten uns mit dem Seil um den Hals kurz, nur ganz kurz vom wankenden Stuhl ab, welcher uns am Ende den Morgen nicht mehr erleben lässt.


Wir sind gefangen in uns, in den Gedanken welche wir am Tage, bei Licht mit Schein überdecken, wir glauben nur was wir sehen – aber sehen wir nur bei Licht oder ist die Dunkelheit die Sicht auf die Dinge - die Wahrheit, welcher wir nicht mehr Vertrauen können, weil wir verlernt haben das zu Glauben was wir fühlen und nicht das was wir sehen...

Die Nacht bedeutet Stille, Horizont, eine andere Sicht auf die Dinge, eine blinde, fühlende, geschmackvolle…

Vertrauen wir dem Licht, dem was wir sehen, verlernen wir die Unsichtbaren Mächte zu fühlen uns dahin zu lenken, wo wir zu Beginn des Aufpralles gewesen sind. Im Dunklen, im Fruchtwasser unserer Mutter – wir hatten nur diese eine Verbindung nach aussen, die Unsichtbare, die fühlende. Werden wir wieder lernen was wir verlernt haben, werden wir Frieden finden in dem was wir sind, was wir sein könnten, bevor uns all unsere Sünden in die Tiefe ziehen.


So werden dunkle Gedanken auch im Licht nicht heller, sie werden in der Nacht nicht grösser, nur Realer, visueller, weil wir nichts mehr überdecken können mit dem was wir nicht sehen wollen. Der ängstliche Zustand wird bei Licht überdeckt mit Stimmungsvollen Wahrsagern, Weissmachern, mit Kartenlesern und anderen Gurus. In der Nacht schwinden die Mächte und wir stehen allein da mit dunklen Gedanken, sie werden schwer, der Zustand verstärkt sich, die Ablenkung bei Licht ist bei Dunkelheit nicht. So bleibt nur die Decke über den Kopf, der Sprung von der Türe aus ins Bett, damit der Böse Mann unter dem Bett uns nicht fassen kann, so startet der Horror jeden Abend aufs Neue.


Verlernt sich selbst zu vertrauen hat die Sonne stärker als die Sterne gemacht – so ist die Ablenkung bei Licht perfekt, es ist nicht die Welt die sich verändert – es ist die Macht der Gedanken die uns am Ende alleine in der Dunkelheit liegen lassen, dir Angst machen und den Horror jeden Abend beginnen kann – solange, bis du wieder lernst in der Dunkelheit zu sehen, zu fühlen, zu handeln.

Wer also bist du in der Nacht?

Der sich zudeckende Angsthase, welcher vor seinen eigenen Gedanken davonläuft? Oder der Vampir, welcher sich der Situation stellt und das Fruchtwasser im Mutterleib als Schwimmbecken nutzt, sich treiben lässt?


Die Dunkelheit ist nicht der Grund, warum wir uns fürchten – Dunkelheit ist leicht, Dunkelheit ist laut, die Sinne schalten den Kopf aus und lassen uns lebendig sein – das was wir bei Licht schon lange nicht mehr sind.


A Million [VNV Nation] – hat mich auf den Gedanken gebracht – warum Nächte sind wie sie sind…


The night, presaged by a dying sun The life and times of ascent and fall The dance has commenced in the fading glow A wall of pitch for the dying of light Protect us, keep us from all that would harm Encircle, encompass, guard over us all…


Somit kann ich nur sagen, der Horror ist nicht das was wir NICHT sehen, sondern was uns gezeigt und eingeprägt wird – denkt nach und geniesst die Nacht.


“What makes a thought creepy?” The Vampire

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