Der Wandel der Pläne - The Lucky Punch!

Heute vor drei Monaten hat Nacho ihren Weg über die Regenbogenbrücke angetreten. Die kleine, wundervolle Seele fehlt mir jeden Tag, es ist, als ob ein Teil von mir mitgereist ist. Die vergangenen drei Monate habe ich mehrheitlich ausser Haus verbracht, die Stille, die Leere – sie ist unbeschreiblich schwer. Das Wetter hat es gut mit mir gemeint, und ich konnte mich mehrheitlich draussen oder auf dem Wasser aufhalten.
Ich lasse mir und meinem Herzen Zeit – so der Plan!
Ich wollte die Operation meiner Hand, welche Ende Oktober stattfindet, abwarten. Klar habe ich mich immer mal wieder umgeschaut, ob es Seelentierchen gibt, welche so Ende/Anfang Jahr ein zu Hause suchen. Wir sind auch fündig geworden und haben uns auf eine Warteliste setzen lassen. Es war mir schon damals klar, als Nacho krank wurde, dass irgendwann wieder ein Seelentier bei mir einziehen wird, ein Leben ohne Hund an meiner Seite wird nicht mehr passieren. In den letzten 9 Jahren mit Nacho durfte ich so vieles lernen, was ich gerne weiterschenken möchte.
Wenn die Welt sich weiterdreht, die Augen der Seele sich nach aussen wenden, dann passieren Dinge, die nicht vorgesehen sind. Liebe und Trauer verarbeitet man gemeinsam, es braucht beides, um die Tiefe fühlen zu können. Das wahre Leben findet heute statt und ich bin mir sicher, dass jedes noch so kleine Zeichen ein Wunder ist. Wann ist der richtige Zeitpunkt, einen neuen Anfang zu wagen? Wann ist das Tal der Trauer überwunden, wann ist das Herz geheilt, um Freude weiterzugeben? Und genau in diesem Moment, werden all meine Fragen wie durch ein Wunder beantwortet. Während ich mich durch belanglose Reels auf Instagram berauschen lasse, erscheint ein Seelentier, welches in einem Tierheim in Zürich auf ein liebevolles zu Hause wartet. Ich klicke das Inserat an… und der Rest passiert in der bevorstehenden, neuen Geschichte meines Lebens.

Mit dem Bewerbungsschreiben, welches ich direkt noch am selben Tag abgeschickte, klingelte keine 10 Minuten später das Telefon, es ist das Tierheim.
Wir verabreden uns zu einem unverbindlichen Treffen mit der wundervollen Seele, welche mich auf dem Inserat in ihren Bann gezogen hat.
Zurück aus dem wundervollen Südfrankreich-Bike-Urlaub mit meiner Frau, sitze ich keine 7 Tagen später in diesem Tierheim bei dem lieben Wesen, welches mich sofort in ihr Herz geschlossen hat.
Da ist er also, der Moment, der das komplette Leben verändert – denn am Ende kommt es anders als geplant! Aber von etwas weiter vorne erzählt.
Ich hatte mit Nacho in ein Wespennest gestochen, in ein Nest voller Qualen und Schmerzen. Diese Wesen werden so zurechtgezüchtet, bis sie vor lauter Zucht kaum noch leben können. Ist es zu warm, drohen sie zu ersticken, ist es zu kalt müssen sie fast erfrieren. Rennen sie rum, könnte der Rücken kaputt gehen und am Ende ist in ihrem Kopf so viel bereits vorprogrammiert, dass sie an einem Hirntumor erkranken. Mal abgesehen von den viel zu grossen Augen, welche sie kaum schliessen können und somit Infektionen wie Bindehautentzündungen vorauszusehen sind.
Die viel zu kurze Nase, - welche nur nach aussen gekürzt wurde - denn dahinter ist alles so gross geblieben wie bei einem gesunden Hund, das Gaumensegel schwillt bei Wärme und Anstrengung an und die viel zu kleinen Nasenlöcher, welche so schon zu wenig Luft durchlassen macht ein Atem kaum noch möglich, der Hund droht zu ersticken. Die Rute, welcher zur Kommunikation unter Tieren hilft ist nicht oder kaum vorhanden und somit sind auch hier ewige Missverständnisse bei Hundebegegnungen vorprogrammiert. Ich könnte ein Buch darüberschreiben, was bei diesem armen Hund alles kaputt gemacht worden ist – nur um ein Ergebnis zu erzielen, welches wem auch immer gefällt. Wie können wir so etwas schön finden, was so leiden muss. Ich habe mich damals in Nacho verliebt, nicht weil ich Ahnung von irgendwas hatte, sondern weil ich einfach „blauäugig“ durchs Leben gegangen bin. Nach den 9 Jahren mit ihr an meiner Seite ist mir bewusst geworden, was dieses wundervolle Lebewesen an Qualen erleiden musste.
Und plötzlich hat mein Name auf dieser Warteliste keinen Sinn mehr gemacht, ich wollte kein Leid mehr unterstützen, welches noch nicht einmal geboren wurde. An dieser Rasse ist nichts schön, denn der Schmerz und das Leiden ist unvorstellbar grauenvoll! Der Charakter dieser Hunde ist das wohl wundervollste, was ich in meinem Leben mit verschiedenen Hunden kennenlernen durfte. Sie mussten wachsen an den inneren Qualen und ein Sturm lässt sie nicht direkt vom Stuhl fallen. Mir war also klar, ich will weg von dieser Warteliste, denn ich will nichts weiterunterstützen, was Leid bedeutet.
Angebot und Nachfrage! Das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bestimmt die Preise auf dem Markt. Ist das Angebot hoch und die Nachfrage niedrig, dann sinken die Preise, umgekehrt steigen sie. Die Schweiz ist laut Statistik eines der Länder der die höchste Nachfrage auf Französische Bulldoggen hat… die Zucht steigt also weiter an und die Preise steigen ins unermessliche.
Diese Tiere werden in Europa, rund um die Schweiz herum unter furchtbaren Bedingungen gezüchtet (Gebärmaschinen), bis sie so weit sind, dass sie ausgedient haben, anschliessend werden sie einfach entsorgt und ihrem Schicksal überlassen! Sie werden in viel zu kleinen Käfigen gehalten, kein Licht, kaum Luft, die Jungtiere werden direkt nach der Geburt weggenommen und meist nur zum Säugen in den Käfig zum Muttertier gelassen. Sie haben keinen Auslauf und werden viel zu früh von der Mutter weggenommen. Meistens gelangen sie auf dem Schwarzmarkt über die Grenze und werden hier zu hohen Preisen verhökert. Es geht nicht um das Wohl des Tieres, es geht nur um den reinen Profit.

Die kleine Seele aus dem Tierheim, welche auf ein liebevolles zu Hause wartet kommt aus einer solchen „Qual-Zucht“ aus Bulgarien. Sie konnte für eine Weiterzucht nicht genutzt werden, weil sie Taub ist und wurde „entsorgt“.
Ein Glück im Unglück, dass sie Taub ist und in ein nahegelegenes Tierheim vor Ort in Bulgarien gebracht wurde.
Dieses Tierheim arbeitet mit der Schweiz zusammen und bat um einen Platz in der Schweiz, wo sie durch das genannte Inserat auf meinem Social-Media-Kanal aufgetaucht ist. Und so begann diese Reise, die alles verändert. Wenn alles glatt läuft, wird die kleine am 27.07.2026 bei uns einziehen und ihr für immer zu Hause antreten.
Die Aufgabe wird keine leichte sein, aber wenn ich eines mit Sicherheit weiss, sie wird viel Liebe erfahren und sich Zeit nehmen dürfen, endlich anzukommen.
Denkt bitte nach, bevor ihr euch entscheidet einen Schritt zu tun, denn alles, was wir am Ende entscheiden, kann eine gute oder schlechte Absicht haben.
Nicht alles im Leben ist dazu geboren Freude zu empfinden, leider! Ich für meinen Teil bin dankbar, dass ich auf mein Herz gehört habe, dass ich mich mit dem Thema in den letzten 9 Jahren befassen musste, um heute eine bessere Entscheidung treffen zu können! Nacho hat mich auf Umwegen an diesen Ort geführt, davon bin ich überzeugt. Nun freuen wir uns auf die Kleine und ich bin sicher, Nacho wird uns auf diesem Weg begleiten und führen.
My family and I


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