• Prisca Santschi

Une Simple Histoire

Eine Geschichte lebt von Erinnerungen. Erinnerungen aber müssen erst entstehen. Wie entsteht eine Geschichte, wie wird sie lebendig, wie bleibt diese im Kopf hängen, so, dass ich mich zurückerinnern kann. Welche Teile einer Geschichte bleiben in Gedanken hängen und warum. Warum können wir uns an einige Situationen erinnern, an andere aber nicht? Ich bin mir sicher, es gibt viele Antworten dazu, vielerlei Studien, welche bereits belegen warum das eine funktioniert und das andere nicht.


Aber können wir Studien über Dinge schreiben, welche im Herzen jedes einzelnen Menschen anders aufgefasst werden. Die Synapsen im Kopf bilden eine Struktur, die einen leiten Geschehnisse weiter, die anderen bleiben in der Sackgasse hängen, sind es also diese Weiterleitungen, welche im Gehirn eine Geschichte zu einer Erinnerung bilden, dann, wenn diese nicht in der Sackgasse stecken bleiben. Oder ist es die Sackgasse, welche die Erinnerung bildet – weil uns die Möglichkeiten immer wieder umzudrehen mehr im Gedächtnis bleibt, weil sie öfters wiederholt wird.


Stellt euch vor, ihr fahrt mit dem Auto in eine Sackgasse, ihr müsst nach Möglichkeiten suchen das Auto wenden zu können, das heisst also – ihr steckt länger in einer Situation fest, wenn ihr in die Sackgasse einbiegt, wie wenn ihr auf direktem Weg ans Ziel kommt.


Welche Möglichkeiten bilden nun die Erinnerung und welches gelebte wird als schön oder weniger schön eingestuft? Wie halten wir Erinnerungen auseinander, wie und wo ordnen wir sie ein? Nehmen wir ein Beispiel, jeder von uns verbindet Musik, ein Lied mit einer Person oder einer Situation – die meisten dieser Momente schwelgen wir beim Hören dieses Liedes in dieser besagten Erinnerung. Das heisst, ich teile ein Musikstück mit einer Person, so denke ich immer wieder an diese Person zurück. Teile ich also in einem schönen Moment ein Lied mit einer Person, so bleibt dieses Lied so lange in meiner Erinnerung und ist positiv behaftet. Verändert sich das Verhältnis zu dieser Person, so wird auch das Lied aus der positiven Erinnerung in eine schmerzhafte verwandelt, ab diesem Zeitpunkt bleibt das Lied negativ, ich werde also nie wieder positive Verbindungen dazu haben, ausser ich überschreibe diese mit etwas anderem (geht das überhaupt, kann ich zweimal eine Erinnerung erschaffen, respektive eine Neue).


Nun gut, soweit ist mir der Prozess auch klar, aber wie bildet sich nun diese Erinnerung, wie kommt diese immer wieder in mein Gedächtnis zurück – auch Jahre später – wenn dieses Lied irgendwo gespielt wird? Wo ist diese Situation gebildet worden und in welchem Teil des Körpers bleibt es hängen? Welches Gefäss benutze ich, damit ich es immer wieder abrufen kann – bis zum Ende meines Seins. Die Erinnerung bildet sich exakt in dem Moment, wo eine Aktion stattfindet, also unmittelbar danach. Wohin wird sie geleitet? Wenn ich den Explorer als Beispiel nehme, dann würde ich in diesem Moment auf Speichern Unter klicken, dem Moment einen Namen geben und diesen im besagten Jahr abspeichern – wo aber wandert er im Gehirn hin? Habe ich hier eine Art Explorer, welcher an ein Stromnetz gekoppelt ist, der beim Senden der Stromstärke im Körper oder im Gehirn das passende Jahr, den Tag und auch den Moment preisgibt, welcher die Erinnerung erschaffen hat.


Kann es sein, dass wenn wir herausfinden, wie dieser Prozess genau stattfindet, wir auch verhindern könnten, was wir im Alter vergessen und was wir beibehalten können oder wollen? Können wir beim Wissen dieser Situation stoppen, was das Altern dieser Zellen betrifft? Oder ist es ein Konstrukt, was unser Gehirn uns vorgibt, etwas das gar nicht stattfindet, sondern nur eine mögliche Illusion? Sind wir sicher, dass wir Erinnerungen schaffen, wenn wir diese Leben? Oder sind diese Erfahrungen, diese Gefühle ein Teil einer grossen Hürde, welche wir erst erleben müssen, um feststellen zu können, dass es nicht existiert.

Werden Erinnerungen von der Hauptzentrale unserem Gehirn in ein Verteilnetz geleitet, welches dann in verschiedenen Teilen unseres Körpers Signale verschickt, welche uns mal mehr, mal weniger daran erinnern lässt, dass am Ende nichts mehr übrigbleibt. Wo findet also der Moment statt, das hier, das Jetzt – bevor die Erinnerung beginnt. Wohin geht die Reise einer Erinnerung, wenn sie zum einen wieder aufersteht zum anderen aber gar nicht mehr wieder kommt? Wo also leben diese Einzelteile, welche am Ende das grosse Ganze bilden?


Nehme ich also dieses eine Beispiel mit dem Musikstück, welches ich an eine Person oder an eine Situation kopple, wo also beginnt die Reise und wo endet sie – wenn nicht ich entscheide, wie der Prozess weitergeht? Kennt mein Körper den Prozess bereits, bevor ich das Lied höre? Ist das Signal also noch vor dem gestarteten Prozess da? Oder beginnt der Prozess einer Erinnerung gar nicht bei mir – ist es eine Illusion, dass ich denke zu wissen, was ich fühle?


Wenn Gedanken also eine Reise tun, wo landen sie dann?


Une Simple Histoire… …oder die Reise in mein eigenes Verteilnetz


Am Ende ist es kein Ende, denn die Reise beginnt im Tun, im Heute, im Hier und Jetzt. Ob ich die Chance bekomme eine Erinnerung nochmal erleben zu können, das steht in den Sternen – also beginnt das Tun im Sein.


Wir alle werden älter, wir alle haben Chancen, wir alle Leben – wir können stehenbleiben und warten bis andere unsere Reise tun, oder wir können unsere Reise formen, sie leben so wie wir sie als gut befinden, denn am Ende wissen wir nicht, wann es unser Ende ist.


Happy Monday!


Anmerkung: Warum aber können gewisse Erinnerungen schmerzhafte Begleiter sein, eine Art übel riechende Abszesse welche uns nicht weitergehen lassen, uns zurückhalten, wie Zombies, welche uns innerlich zerstören wollen. Sogenannte Trigger entstehen also, wenn man sie nicht koppelt mit der Hauptzentrale - dann bleiben sie schwebende Teile im Gehirn, welche sich andocken wenn es gerade unpassend ist...

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